von der Speisung der Seele…

Ein ausgelegtes Tischszenarium versammelt Speisen für die Seele. Es lädt die Betrachtung unter Regie der eigenen Rezeption, über die Choreografie des Animationsparcours zum Sinnesmahl…

Laudatio von Peter Rinderknecht anlässlich der Übergabe des Werkbeitrages des Kantons St.Gallen an Herbert Kopainig und René Schmalz alias Wundersam & Schmalz im Theater „Parfin de Siecle“ in St.Gallen, Juli 2019

MATRIX MENSA

„ Das Spiel evoziert Sinnes-Imaginationen, auf Grund performativ arrangierter Ich-Denk-Wort-Klang-Wärme-Bild-Balance-Tanz-gestisch-taktiler Animationen.“ Wer sein Projekt so beschreibt und mit Bildern von Lampenkarfunkeln, einem weiss geschminkten Tänzer im Hasenkostüm oder Steinen im Schafspelz illustriert, der weiss was er will, nämlich etwas Eigenes – etwas Eigenartiges.

Vergegenwärtigt man sich die Lebensläufe von Kopainig und Schmalz alias „ Wundersam & Schmalz“, wird man in seiner Vermutung bestätigt, dass „Kunst“ sicher auch von „Müssen“ kommt, nicht nur von „Können“. Das Schaffen von Herbert Kopainig hat sich im Laufe vieler Jahre in Kombination aus Malen, Zeichnen, Installationen, Videokunst und Fotografie zum fabulösen Gesamtlebenskunstwerk verdichtet. Auch René Schmalz, der aus seinem langjährigen Studium des Butoh-Tanz bei Kazuo Ohno schöpft, untersucht schon lange die „ An- oder Abwesenheit unseres Daseins“ auf verschiedenartige Weise.

Die Beschreibung ihres gemeinsamen, interdisziplinären Projekts MATRIX MENSA ist so verklausuliert wie interessant. Ein „installiertes Tisch-Environment“, ein Wunderkammerspiel mit Tanz-Performance-Passagen, Klang-, Musik- und Geräusch- Assoziationen soll es werden, hirschartige Wesen sollen auftreten und Speisen, Substanzen und Objekte eine Rolle spielen. Eine mit wunderlichen Dingen gedeckte Tafel vor einer bebilderten Kulissenwand in einem abgedunkelten Raum. Ein Dinner zur Betrachtung und Speisung und geheimnisvoller Substanz – Verwandlung. Wir von der Fachjury „ Tanz und Theater“ wollen das nicht verstehen müssen. Wir wollen es Erleben, erspüren- und mit unserem Werkbeitrages ermöglichen. Damit die Beiden ihren Weg mit all den skurrilen Ideen, Gestalten und Objekten weiterhin folgen können. Und weil wir wollen, dass es das Alles geben darf. All die Karfunkel – Lampen und bakteriellen Zustände, die Speisen für die Seelen und panoptischen Wunderkammer…

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