DIE WAHL HABEN…

„ …sich in Anbetracht der roten Pille, doch für die Blaue zu entscheiden…“ Auftakt-Performance: Schmalz/Gombas

Momentbild : René Schmalz
aus der Eröffnungsperformance MATRIX MENSA – Bühne in Arbon 3.11.2019

MATRIX MENSA – Environment Fragment für 1.Performance spielbereit… Sonntag 3.Nov. 2019 Kunsthalle Arbon

Herbert Kopainig : Installation Fragment 1

Eröffnungs-Interpreten :
René Schmalz : Performance und Tanz
Gabriella Gombas : Gesang und Performance
Performance 3.Nov. 2019

https://www.meier-loepfe.ch/gallery/matrix-mensa/

Von der Flüchtigkeit der Benennung Performance René Schmalz

Die Gesten des Tanzes am Rande der Bewegungslosigkeit, des Stillstandes – Flüchtigkeit der Ausrichtungen. Eine Vereinigung der dunklen Kräfte der Erde. Mein Tanz ist nicht nur im Leben angesiedelt sondern auch im Tod. Alles führt in eine Feier des Nichts – wie tief schweigt mein Ende in mir. Wie in jenen verschwiegenen dunklen Räumen – verwinkelt, labyrinthisch, warm, verzweigt in der Matrix Mensa, wo wir keinen Namen mehr wissen, keinen Namen brauchen, Schatten nur, Umriss, Abdruck, der sich nährt und von nahe verschwindet. Bis jede Gestalt sich auflöst, restlos – zeitlos – raumlos, in Empfindungen in Körpersprache – in ein Echo, so als hätte ich nie etwas gewusst. Matrix Mensa – Höhlenterrain, Himmel, Wunderkammern, Spielraum, Zwischenraum in der Schwebe zwischen Leben und Tod. Atemkoordinaten.

Von der Erinnerung zur Speicherung. Stimmlandschaften Gabriella Gombas

Schicht um Schicht verzweigen sich Stimmlandschaften, geben dem Klangräumen Konturen – Schatten – und Lichtsignaturen. Anbindungen an eine vorübergehende Wirklichkeit der Matrix Mensa. Klangliche Leerräume, die mit der Stimme besetzt werden, Verdichtungen, Mischräume. Das Unten und das Oben suchend, unter der Oberfläche, im Untergeschoss stimmlich zu Gast sein. Alles weiträumig angelegt in der Matrix Mensa.

von der Speisung der Seele…

Ein ausgelegtes Tischszenarium versammelt Speisen für die Seele. Es lädt die Betrachtung unter Regie der eigenen Rezeption, über die Choreografie des Animationsparcours zum Sinnesmahl…

Laudatio von Peter Rinderknecht anlässlich der Übergabe des Werkbeitrages des Kantons St.Gallen an Herbert Kopainig und René Schmalz alias Wundersam & Schmalz im Theater „Parfin de Siecle“ in St.Gallen, Juli 2019

MATRIX MENSA

„ Das Spiel evoziert Sinnes-Imaginationen, auf Grund performativ arrangierter Ich-Denk-Wort-Klang-Wärme-Bild-Balance-Tanz-gestisch-taktiler Animationen.“ Wer sein Projekt so beschreibt und mit Bildern von Lampenkarfunkeln, einem weiss geschminkten Tänzer im Hasenkostüm oder Steinen im Schafspelz illustriert, der weiss was er will, nämlich etwas Eigenes – etwas Eigenartiges.

Vergegenwärtigt man sich die Lebensläufe von Kopainig und Schmalz alias „ Wundersam & Schmalz“, wird man in seiner Vermutung bestätigt, dass „Kunst“ sicher auch von „Müssen“ kommt, nicht nur von „Können“. Das Schaffen von Herbert Kopainig hat sich im Laufe vieler Jahre in Kombination aus Malen, Zeichnen, Installationen, Videokunst und Fotografie zum fabulösen Gesamtlebenskunstwerk verdichtet. Auch René Schmalz, der aus seinem langjährigen Studium des Butoh-Tanz bei Kazuo Ohno schöpft, untersucht schon lange die „ An- oder Abwesenheit unseres Daseins“ auf verschiedenartige Weise.

Die Beschreibung ihres gemeinsamen, interdisziplinären Projekts MATRIX MENSA ist so verklausuliert wie interessant. Ein „installiertes Tisch-Environment“, ein Wunderkammerspiel mit Tanz-Performance-Passagen, Klang-, Musik- und Geräusch- Assoziationen soll es werden, hirschartige Wesen sollen auftreten und Speisen, Substanzen und Objekte eine Rolle spielen. Eine mit wunderlichen Dingen gedeckte Tafel vor einer bebilderten Kulissenwand in einem abgedunkelten Raum. Ein Dinner zur Betrachtung und Speisung und geheimnisvoller Substanz – Verwandlung. Wir von der Fachjury „ Tanz und Theater“ wollen das nicht verstehen müssen. Wir wollen es Erleben, erspüren- und mit unserem Werkbeitrages ermöglichen. Damit die Beiden ihren Weg mit all den skurrilen Ideen, Gestalten und Objekten weiterhin folgen können. Und weil wir wollen, dass es das Alles geben darf. All die Karfunkel – Lampen und bakteriellen Zustände, die Speisen für die Seelen und panoptischen Wunderkammer…